SHORT TRIP

Leuven – Eine Stadt zum Verlieben

Leuven - Kirschblüten im Beginenhof_April

Von Brüssels Innenstadt nach Leuven sind es nur wenige Kilometer. Die Studentenstadt eignet sich daher perfekt für einen Tagesausflug – am besten bei gutem Wetter. Leuven in der Provinz Flämisch-Brabant entpuppt sich im Frühling als echter Hingucker!

Anfang April habe ich das gute Wetter am Wochenende genutzt, um die Brüsseler Umgebung näher kennenzulernen. Neben Antwerpen und Gent steht bei mir Leuven (in deutsch: Löwen, französisch: Louvain) ganz oben auf der Liste. Ich habe bislang nur Gutes darüber gehört und durch die Nähe zur belgischen Hauptstadt ist man ratzfatz da – ob mit Auto, Bahn oder Bus. Mit dem Auto sind es nur ca. 20 Minuten (je nach Verkehrslage). Vom Bahnhof in Brüssel ist es ebenfalls kurzweilig und mit ca. 5 Euro pro Ticket (eine Fahrt) recht günstig. Noch günstiger (3 Euro), dafür aber etwas länger ist die Busfahrt mit dem flämischen Anbieter De Lijn.

Um 10:30 Uhr bin ich in der Stadt und denke mir: „Wow, ganz schön ruhig hier.“ Leuven versprüht von Beginn an eine chillige Kleinstadtatmosphäre, die ich bei Sonnenschein förmlich aufsauge. Ich schlender durch die Innenstadt, am reich verzeierten Rathaus vorbei durch die Fussgängerzone. Hier gibt es viele weitläufige, gepflasterte Plätze mit Cafés und Kneipen. Zunächst genießen viele Menschen draußen ihren Kaffee in der Sonne, wenig später sehe ich immer mehr Bier- und Weingläser auf den Tischen. Genuss und Lebenslust wird hier groß geschrieben 😉

Ganz schön rausgeputzt

Beim Spaziergang durch die Stadt fällt mir ziemlich schnell ein Unterschied zu Brüssel auf: Es ist unglaublich sauber. Ich finde keinen Müll auf den Straßen. Es sieht einfach sehr aufgeräumt aus. Das lässt die alten Gebäude natürlich gleich viel prächtiger erscheinen. Die alten Martplätze und das Rathaus sind quasi die Vorzeigeobjekte der flämischen Baukunst. Ab 1439 wurde das imposante Rathaus erbaut.

Wunderschöne Gebäude in Leuven. Links die Universitätsbibliothek; mittig und rechts das ehrwürdige und schön verzierte Rathaus

Wunderschöne Gebäude in Leuven. Links die Universitätsbibliothek; mittig und rechts das ehrwürdige und schön verzierte Rathaus

Beginenhof von Leuven

Mit zwölf weiteren flämischen Beginenhöfen wurde der „Grote Begijnhof“ in Leuven 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Die mystisch-religiöse Tradition geht bis ins Mittelalter zurück. Die Beginen waren Witwen oder unverheiratete Frauen, die sich für ein unabhängiges, aber solidarisches Leben im Dienste Gottes entschieden haben. Ein Klostergelübde haben sie nicht abgelegt. Heute wohnen hier Studenten und Professoren. Die verwinkelten, engen Gassen mit ihren wunderschönen Baum- und Pflanzenbewuchs machen einen Spaziergang hier zur Pflicht. Wer sich hier auf anhieb nicht wohlfühlt, ist selbst schuld.

Ein Spaziergang durch den "Groot Begijnhof" von Leuven ist Balsam für die Seele

Ein Spaziergang durch den „Groot Begijnhof“ von Leuven ist Balsam für die Seele

Kneipenkultur

Leuven kann man als Studenten- und Bierstadt bezeichnen. Durch den Universitätssitz tummeln sich viele Studenten auf den Straßen und in den zahlreichen Kneipen. Besonders am „Oude Markt“ sind die Bars und Restaurants bereits am Mittag voll. Außerdem sitzt in Leuven auch der große Brauerei-Konzern Anheuser-Busch InBev. Darunter fallen zahlreiche Biermarken – von Stella Artois über Corona, Leffe bis hin zu Beck’s. Die Geschichte von Stella Artois geht in Leuven bis ins Jahr 1366 zurück. Eine Brauereibesichtigung ist wochenends möglich.

Die belgische sympatische Kleinstadt mit ca. 100.000 Einwohnern ist aus meiner Sicht ein Pflichtbesuch! Sie erinnert mich übrigens an Buxtehude, Lüneburg oder auch Minden. Genießt bei gutem Wetter ein kühles Getränk auf den zahlreichen Terassen der Cafés und Kneipen.

Share:

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *